Österreichisches Wörterbuch

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Hä̲usl , das: Toilette

Hä̲uslschmäh : schlechter Scherz, Witz

Hä̲usltschick , der: aufgequollener Zigarettenrest in einer Pissoirmuschel; hässliche oder betrunkene Person

Hausstadel : Stall der direkt mit dem Haus verbunden ist

Hausverstand : gesunder Menschenverstand

Haxen , der: Bein

Heamper , der: große Nase

Hẹchtler , der: Kopfsprung, Köpfler ins Wasser

Hẹckenklescher , der: minderwertiger, saurer Wein

Heia , die: Bett

Heindl , das: kleine Haue (Gartenwerkzeug)

heindln : mit einer Haue den Boden lockern

Heiße : Klobasse; grobe, gewürzte Wurst

Hendl , das: Huhn

heraußen : außerhalb

hẹrgstraht : stürzen, fallen

Herrenpilz , der: Steinpilz

Herrl , die: Hundebesitzer

herumgrundeln, bei einem Wert oder Prozentsatz : längerfristig um einen (niedrigen) Wert oder Prozentsatz schwanken

Herzbinkerl , das: Liebling, Lieblingskind

Hẹrzkasperl , der: Herzinfarkt, Herzkasper

Hẹrzpatschen , der: Herzinfarkt

Hẹrzpumpern , das: Herzklopfen

Hetscherl , das: Hagebutte

Hetz , die: Spaß, Vergnügen, Belustigung

heuer : dieses Jahr

heurig : diesjährig, von diesem Jahr

Heurige , der: 1. Weinlokal, Buschenschank 2. Kartoffeln aus dem neuen, nicht aus dem alten Jahr

Heuschober , der: Heuhaufen

Heustadel , der: Heustall

Hieb , der: 1. Dachschaden 2. Bezirk (in Wien)

Hiefler , der: 1. Heutrockenstange 2. Unbeholfener, Tollpatsch, gelegentlich auch für geistige Unbeholfenheit verwendet

Hịlfshackler , der: Hilfsarbeiter

Himmelmutter , die: Maria

hin : schadhaft, zerstört, kaputt, tot

hineintheatern : jemanden in Etwas hineinreiten, hineinlegen; auch: sich hineinsteigern

hinfuzeln : kritzeln, in kleiner Schrift

hịnich, hịnig : kaputt

hinterfotzig : heimtückisch, gemein

hinterherschwanzeln : unterwürfiges, hündisches Verhalten

hinzaubern : (elegant) ausrutschen, hinfallen

Hirnederl , das: Idiot, Dummkopf

Hochschaubahn , die, -, -en: Achterbahn

Hochwasserhose , die: zu kurze Hose

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Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.